Agafay: Stein, kein Sand
Agafay liegt etwa dreißig bis vierzig Kilometer südwestlich von Marrakesch, eine Dreiviertel- bis eine Stunde Fahrt. Es ist eine Steinwüste: kahle Hügel, trockene Rinnen, der Atlas am Horizont. Keine Dünen.
Das macht es nicht weniger schön, aber es ist etwas anderes als das Bild im Kopf. Was Sie bekommen, ist ein Abend und eine Nacht: Fahrt im tiefen Licht, Essen im Camp, Stille und ein Sternenhimmel ohne Stadtlicht – und am nächsten Morgen sind Sie um zehn zurück in Marrakesch.
Agafay ist die richtige Wahl, wenn Sie vier oder fünf Nächte haben und die Stadt nicht aufgeben wollen. Es passt ans Ende eines Stadtaufenthalts, ohne dass Sie einen Reisetag dafür hergeben.
Zagora und Merzouga: die echten Dünen
Zagora liegt rund 350 Kilometer von Marrakesch entfernt: sechs bis sieben Stunden Fahrt über den Tizi n’Tichka und durch das Draa-Tal mit seinen Palmenhainen und Kasbahs. Die Dünen sind kleiner, aber es ist Sand und es ist Sahara. Als zweitägiger Ausflug machbar.
Merzouga am Erg Chebbi liegt über 560 Kilometer entfernt: neun bis zehn Stunden. Das sind die Postkartendünen, mehrere Dutzend Meter hoch. Das ist kein Ausflug, sondern eine Route: hin über Ouarzazate und die Todra-Schlucht, zurück über Fès oder Midelt – oder umgekehrt.
Die Faustregel: Merzouga braucht mindestens drei Tage, und dann haben Sie dort eine Nacht geschlafen. Wer es in zwei Tagen will, sitzt vor allem im Auto.
Was eine Nacht im Camp wirklich ist
Camps unterscheiden sich enorm. Fragen Sie vor dem Buchen drei Dinge: ob das Zelt ein eigenes Bad hat, ob es abends Strom gibt, und ob man mit dem Auto vorfährt oder die letzten Kilometer auf dem Kamel oder Quad zurücklegen muss.
Im Winter wird es nachts in der Sahara kalt, manchmal um den Gefrierpunkt. Gute Camps haben Decken und einen Ofen; nehmen Sie auf jeden Fall Pullover und lange Hose mit, so warm es tagsüber auch war.
Der Kamelritt bei Sonnenuntergang dauert meist eine bis anderthalb Stunden. Für die meisten ist das genau genug. Mit Rückenproblemen oder kleinen Kindern können Sie ruhig fragen, ob Sie mit dem Auto ins Camp fahren; das geht fast immer.



